Am Samstagmorgen fand auf dem Jugendzeltplatz Nr. 6 bei Gutenstein eine groß angelegte Übung mit 38 Beteiligten im und am Wasser der Donau statt. Wasserrettungseinheiten der DLRG des Bezirks Federsee trainierten dabei gemeinsam mit Einsatzkräften des DRK-Kreisverbands Sigmaringen ein anspruchsvolles Szenario.
Zum Einsatz kamen drei Gerätewagen Wasserrettung, ein Motorrettungsboot sowie Strömungsretter und Einsatztaucher der DLRG Ortsgruppen Biberach, Ertingen und Sigmaringen. Der DRK-Kreisverband Sigmaringen beteiligte sich mit drei Fahrzeugen, besetzt mit Sanitätskräften.
Ausgangspunkt der Übung war eine Kajakgruppe, die in ein fiktives Unwetter geraten und havariert war. Insgesamt 13 Kinder und erwachsene Betreuer galten als betroffen. Die Rolle der verletzten und unterkühlten übernahmen Kinder und Betreuer des Haus Nazareth Sigmaringen, unterstützt vom Verein Trochtelfinger Wildwasserfahrer. Bereits im Vorfeld wurden die Mimen von einer Notfalldarstellerin des DRK Mengen realistisch geschminkt. Parallel dazu sammelten sich die Einsatzkräfte im Bereitstellungsraum am Bahnhof Inzigkofen.
Punkt 10 Uhr begann die Übung: Der Zugführer alarmierte die Einheiten per Funk zur Einsatzstelle. Vor Ort offenbarte sich den Kräften ein bis dahin unbekanntes Lagebild. Mehrere Personen befanden sich in akuter Not im Wasser oder hatten sich verletzt ans gegenüberliegende Ufer retten können. Zwei Personen, dargestellt von zwei versenkten Übungspuppen, galten als vermisst und wurden im Tiefwasser vermutet. Diese wurden von den Rettungstauchern gesucht und nach rund 20 Minuten gefunden und an Land gebracht, wo sie anschließend reanimiert werden mussten.
Währenddessen konzentrierten sich die Strömungsretter auf die Bergung der übrigen Betroffenen. Sie retteten die Personen aus dem Wasser und brachten sie mittels Motorrettungsboot und anderen schwimmfähigen Rettungsgeräten zu einem Übergabepunkt an Land. Dort übernahmen DRK-Sanitäter die medizinische Versorgung und bereiteten die Verletzten für den Transport vor.
Übungsleiter Bernhard Gall von der DLRG zeigte sich mit dem Verlauf sehr zufrieden und sah alle Ziele erreicht. Besonders beeindruckt war er von der Geschwindigkeit der Rettungs- und Versorgungsmaßnahmen: „Das Szenario war eigentlich auf etwa 20 Minuten länger ausgelegt, doch bereits nach einer Stunde und zehn Minuten waren alle Patienten fiktiv abtransportiert.“
Auch der Kreisbereitschaftsleiter des DRK, Ralph Grad, zog ein positives Fazit und betonte die große Bedeutung solcher gemeinsamen Übungen für den Ernstfall.
Zum Abschluss dankte Gall allen Beteiligten – den Einsatzkräften von DLRG und DRK, den Darstellern sowie der Platzwartin des Jugendzeltplatzes, Anna-Elisabeth Grom – für ihren Einsatz, ohne den diese vorbereitungsintensive Übung nicht gelungen wäre. Anschließend ließ man die Übung bei Grillwurst und Kaltgetränken gemeinsam ausklingen.